Vor ein paar Wochen teilte das TierQuarTier Wien über eine ihrer Facebookseiten mit, dass 10 Degus in einem Park in Wien gefunden wurden (siehe Facebook Post unten). Nun ist es hier in Österreich schon recht kalt zu dieser Jahreszeit, nur wurden die 10 nicht nur unter schlechten Bedienungen ausgesetzt, sie waren zudem noch gemischt gehalten, was dazu führte, dass alle Weibchen trächtig und die meisten Degus wegen dauernder Rangkämpfe schwer verletzt waren. Es war klar, dass das TierQuarTier nun alle Ressourcen aufbringen musste, um die Notfellchen zu versorgen und so bekam ich eine E-mailanfrage, ob wir denn noch eventuell Platz hätten.

Letzten Samstag fuhren wir also nach Wien, um uns das Ganze anzusehen. Die meisten waren gesundheitlich schwer angeschlagen und wurden von den Tierärzten des TierQuarTiers behandelt: von verlorenen über nekrotische Schwänze bis zu tiefen Fleischwunden und Augeninfektionen zeigten sie natürlich auch alle Anzeichen von massivem Stress. Wir wurden gewarnt, dass sie beissen könnten und nicht handzahm sind, Menschen gegenüber sehr vorbehalten und misstrauisch sind.

Da die Gruppe separiert werden musste, um weitere Verletzungen und Schwangerschaften zu verhindern, brauchten sie natürlich viel Platz auf, doch es fehlt an Zeit und Ressourcen, um diese Gruppe wieder zu vergesellschaften.

Es war keine einfache Entscheidung, ob, wie viele und welche Degus wir aufnehmen könnten. Schließlich entschieden wir uns für eine Zweiergruppe, die noch harmonisch zusammenlebten, und zwei Einzelpatienten: der eine hatte einen gebrochenen Schwanz und tiefe Fleischwunden, der andere einen halb abgerissenen, halb nekrotischen Schwanz, der noch genau beobachtet werden musste. Unser Plan ist es, sie langsam an ein stabiles, freundliches Umfeld zu gewöhnen, ihre Wunden zu versorgen, und sie mit der Zeit zu vergesellschaften. Die Zweiergruppe, die wir liebevoll Glam und Rock genannt haben, soll mit Punk, dem Degu mit gebrochenem Schwanz, zusammenkommen, während Korn, der Degu mit den tiefen Fleischwunden, aber aufgeweckter Seele, zu unserem Dreamteam, Kimi, Foo, Fighter und Franky, kommen soll. Die Hoffnung ist, dass Franky’s fröhliche, neugierige Art dem kleinen Notfellchen ein wenig Vertrauen in uns Menschen schenkt und ihn beruhigt, so wie er das schon mit seinen jetzigen Freunden getan hat.

Doch alles zu seiner Zeit. Im Moment haben wir wieder unseren provisorischen VG-Käfig im Wohnzimmer aufgebaut und die Zweiergruppe neben Punk gesetzt. Dieser hat es heute übrigens schon geschafft, auszubüchsen und sich somit seinen Namen schon hart erarbeitet. Ich bin sehr stolz auf den Kleinen, dass er es über Nacht nicht nur aus dem temporären Käfig geschafft hat, sondern in den leeren Auslauf unserer anderen Gruppen hinein. Der provisorische Käfig ist nun nachgerüstet und ähnelt somit Fort Knox – wir sind gespannt!

Beste Nachricht zum Schluß: Korn traute sich schon gestern aus meiner Hand zu fressen. Seine Wunden verheilen rasant wie das bei Nagetieren üblich ist und sein Appetit ist enorm. Mit jedem Tag wirkt er aktiver und neugieriger.